Was ist bei der Abdichtung zu beachten ?
Bauwerksabdichtung: Strukturelle Sicherheit und Langlebigkeit
Worauf muss also für eine makellose Abdichtung geachtet werden?
1. Richtige Material- und Bauchemieauswahl
Bei der Bauwerksabdichtung gibt es keine Universallösung. Es ist von entscheidender Bedeutung, das richtige Material entsprechend den physikalischen Bedingungen des zu dämmenden Bereichs auszuwählen.
- Zementäre Schlämmen: Polymermodifizierte und zweikomponentige zementäre Abdichtungsmörtel, die Flexibilität bieten, gewährleisten eine hervorragende Haftung auf Betonoberflächen.
- Produkte auf Polyurethan- und Bitumenbasis: Diese sollten in Bereichen bevorzugt werden, die Sonnenlicht (UV) oder Temperaturschwankungen ausgesetzt sind, wie Terrassen und Dächer, die eine höhere Flexibilität erfordern.
- Systemkompatibilität: Das verwendete Abdichtungsmaterial muss zu 100 % mit anderen darauf aufzubringenden Bauchemikalien wie Fliesenklebern oder Fugentönen kompatibel sein.
2. Abdichtung von Fundamenten und Stützwänden (Schutz von der Basis an)
Das Fundament eines Gebäudes ist der Bereich, der Wasser und Chemikalien im Boden am stärksten ausgesetzt ist. Die Fundamentabdichtung (Wannenbildung) und die Abdichtung von Stützwänden sind die Phasen, die nach dem Bau des Gebäudes am schwersten und kostspieligsten zu korrigieren sind. Grundwasserstände und hydrostatischer Druck müssen berechnet werden. Um von außen eindringendes Wasser zu stoppen, müssen Verfahren auf der „positiven Seite“ korrekt angewendet werden, während Verfahren auf der „negativen Seite“ genutzt werden, um bereits eingedrungenes Wasser zu stoppen. Dränagesysteme und Abdichtungen müssen einander ergänzen, und die Abdichtungsschicht muss während der Erdverfüllung gegen mechanische Beschädigungen (mit Schutzplatten) geschützt werden.
3. Nassbereiche: Badezimmer, Balkone und Terrassen
Nassbereiche, in denen im Gebäude am meisten Wasser verbraucht wird, sind die Punkte, an denen am häufigsten Wasserlecks in darunter liegende Stockwerke auftreten.
- Abdichtung unter Fliesen: Fliesen und Keramik allein bieten keine Abdichtung. Eine Abdichtung muss unbedingt auf dem Boden und den unteren Wandteilen aufgetragen werden, kurz bevor hochwertige, flexible Fliesenkleber (Klasse S1 oder S2) verwendet werden.
- Dichtbänder (Fugenbänder): Die Übergänge zwischen Böden und Wänden sind die ersten Stellen, die bei Bewegungen des Gebäudes reißen. An diesen Eckverbindungen müssen flexible Dichtbänder angebracht werden.
4. Berücksichtigung regionaler und klimatischer Faktoren
Die Geografie, in der sich das Gebäude befindet, verändert die Abdichtungsstrategie direkt. Insbesondere in Küstenstreifen, die hoher Luftfeuchtigkeit und Meersalz ausgesetzt sind, besteht für Gebäude ein wesentlich aggressiveres Korrosionsrisiko. In solchen Regionen sollten anstelle von Standardprodukten hochentwickelte Bauchemikalien und Außenbeschichtungen verwendet werden, die gegen Sulfate, Chloride und extreme Feuchtigkeitszyklen beständig sind.
5. Perfekte Oberflächenvorbereitung und Verarbeitung
Selbst wenn Sie das weltweit hochwertigste Abdichtungsmaterial verwenden, wird das System versagen, wenn die Oberflächenvorbereitung mangelhaft ist.
- Oberflächenreinigung: Die zu bearbeitende Oberfläche muss vollständig von Staub, Öl, Farbrückständen und losen Teilen befreit werden.
- Grundierung: Um die Saugfähigkeit der Oberfläche auszugleichen und die Haftung des Materials auf dem Beton zu erhöhen, muss eine geeignete Grundierung (Primer) verwendet werden.
- Aushärtungszeiten: Wartezeiten zwischen den Schichten und die vollständigen Trocknungszeiten der Bauchemikalien müssen strikt eingehalten werden.